Only Love

26. Oktober 2020
Jasmin Tabatabai
Chet - Records

Only Love — das ist Jasmin Tabatabai pur: Die Sängerin und Schauspielerin hat ihr erstes Soloalbum selbst produziert, und gerade das verleiht den Songs ihren ganz persönlichen Charme.

Von der allzu rockigen Schiene aus dem Kino-Hit Bandits hat sich Jasmin längst gelöst, hat ihren eigenen Stil gefunden. Eine melancholische Note schwebt über dem gesamten Album, die die Musikerin selbst so erklärt: „Wenn man glücklich verliebt ist, schreibt man keine Lieder.“

Trotz dieses Grundtenors fällt Only Love alles andere als eintönig aus. Ist die erste Single-Auskopplung „After You Killed Me“ noch ein leichter, irgendwie bequemer Track, so kommt bei Songs wie „Come Home“ die Kraft von Jasmins Stimme voll zur Entfaltung, ohne dabei je aufdringlich zu wirken. Auch die Instrumentierung könnte besser nicht sein: Mit Helmut Zerlett (ja, der aus der Harald Schmidt Show) an der Orgel und Nick-Cave-Drummer Thomas Wydler am Schlagzeug wurde die perfekte Ergänzung für Jasmins Vocals gefunden. Und keine Angst: Die Scheibe besteht auch keineswegs nur aus Balladen. Für „Buddy Is Not So Tall“ wird beispielsweise ordentlich in die Saiten gegriffen, und Jasmin zeigt, dass sie es auch stimmlich gewaltig krachen lassen kann. Das leider etwas kurz geratene „The First Of May“ bildet schließlich das etwas überraschende, beim zweiten Hören jedoch mehr als passende Ende eines gelungenen Albums. –Tobias Wessels

(C) 2020 Jasmin Tabatabai