Kinder der Landstrasse

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Allgäu im Herbst 1939: Die Kessels, die dem seit Jahrhunderten in der Schweiz umherziehenden „Zigeuner“-Stamm der Jenischen angehören, helfen zusammen mit einer verwandten deutschen Sinti-Familie einem Bauern bei der Tabakernte. Die Kinder Jana (Jasmin Tabatabai) und Django erleben unbeschwerte Tage, die überschattet werden vom Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Die Fahrenden werden verhaftet. Nur der Familie Kessel gelingt es dank ihren Schweizer Pässen die rettende „Heimat“ Schweiz zu erreichen.

Aber dort werden Jana und Django ihren Eltern vom „Hilfswerk Barmherzigkeit den Vagantenkindern“ fortgenommen und unter Vormundschaft gestellt, um sie sesshaft zu machen. Nach dem Krieg kommt Jana als Pflegekind zu der Bauernfamilie Mauerhofer. Von der Bäuerin wird sie nur als billige Arbeitskraft benutzt. Allein die Freundschaft zu dem elfjährigen Franz bietet Trost. Jana beginnt zu glauben, dass ihre Eltern sie vergessen haben. Sie weiß nicht, dass Dr. Schönefeld, der Leiter des „Hilfswerks“, alle Anstrengungen ihrer Eltern vereitelt, ihren Aufenthaltsort zu erfahren. Schließlich macht Jana den verzweifelten Versuch, bei vorbeiziehenden „Zigeunern“ etwas über ihre Eltern zu erfahren. Schönefeld hört davon und entscheidet, dass sie wieder fortgebracht wird.

Auch wenn die Geschichte der Jana erfunden ist, so hat sie doch einen historischen Hintergrund. Zwischen 1926 und 1973 raubten das Kinderhilfswerk „Pro Juventute“, das mit staatlichen Geldern unterstützt wurde, und das von „Pro Juventute“ 1926 gegründete Hilfswerk „Kinder der Landstraße“ 3000 Kinder aus jenischen Familien. In der Schweiz sollte die jenische Kultur zerstört werden, die als minderwertig und krank betrachtet wurde. Man wollte die „Vaganten“ zur Sesshaftigkeit zwingen.

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(C) 2020 Jasmin Tabatabai